Der Band "Die Schreibstube im Kloster des Mittelalters" von Siegfried Both fuehrt uns in einen wichtigen Teil des Klosters. Im Sciptorium wurden die Fundamente fuer unsere heutigen Buecher gelegt. Die Moenche waren in unserem Teil der Erde mit die ersten, die begannen, vorhandenes Wissen aufzu- zeichnen. Als Schreibunterlage diente Pergament, das aus Tierhaut hergestellt wurde und folglich recht teuer war, benoetigte man doch fuer eine Hand- schrift je nach Groesse bis zu mehreren hundert Schafen. Auch andere Tiere mussten dafuer herhalten, wodurch Pergament unterschiedlicher Qualitaet entstand. Anfaenglich verwendete man zum Schreiben Federn aus Schilfrohr, spaeter aus Gefluegelfedern, die aller- dings erst in muehsamer Kleinarbeit zugerichtet werden mussten. Die not- wendige Tinte wurde ebenfalls aus natuerlichen Rohstoffen gewonnen. So nahm man gerne die Rinde von Schleh- oder Weissdorn, auch Gallaepfel oder Russ als Grundstoff, der jedoch auch noch zubereitet werden musste. Die dominierenden Farben waren schwarz und braun, aber auch rot und blau und fuer besonders kostbare Schriften wurde Gold- und Silbertinte aus zermahlenem Edelmetall hergestellt.- Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in diesem Buch alles vermittelt wird. Wie in dem vorangegangenen werden wir in einzelnen Abschnitten (mit den bekannten Erklaerungen am Rande) mit der Geschichte und der Entstehung des Buches vertraut gemacht und allmaehlich bis zu Johannes Gutenberg gefuehrt. Und wieder werden die Informationen durch die wunderschoenen Aquarellzeichnungen von Thomas Siebenhaar untermauert. Und das Maeuschen ist auch wieder dabei. Alle drei Buecher sind es wert, gelesen zu werden. Jeder, der sie sich vor- nimmt, wird viel Freude daran haben. Anmerkung der Redakteurin: Die drei Autoren sind Lehrer am Landesinstitut fuer Lehrerfortbildung, Lehrerweiter- bildung und Unterrichtsforschung Sach- sen-Anhalt. Die Anregung zu ihren Bue- chern, die sie offenbar mit viel Liebe gestaltet haben, bekamen sie vom Klos- ter Memleben, dessen Ruinen durch die Initiative engagierter Menschen, die sich 1999 zum "Verein des Klosters und der Kaiserpfalz Memleben" zusammengetan hatten, neues Leben eingehaucht wurde. Es wurde zu einem "lebendigen Kloster" und @ausserschulischen Lernort@ an der Strasse der Romantik gestaltet. Der Besucher kann heute u.a. das Museum mit interessanten Dauerausstellungen und den "Neuen Klostergarten" mit 100 Pflanzen bestaunen. - Die drei bespro- chenen Buecher sind uebrigens eigent- lich als Kinderbuecher gedacht, aber wir finden, Erwachsene werden genauso ihren Spass daran haben. X