Der marebuchverlag legte uns den Roman "Sturm" von Nicholas Chakespeare vor. Der Roman spielt in Australien, genauer gesagt in Tasmanien und erzaehlt die Geschichte zweier Menschen, Alex und Merridy. Beide hatten schon in jungen Jahren harte Schicksalschlaege zu er- tragen und mussten ihre Universitaets- laufbahn abbrechen. Alex hat sich ent- schlossen, die heruntergekommene Farm seiner verstorbenen Eltern wieder zu bewirtschaften, Merridy ist wegen Ihres sterbenden Vaters in die kleine Stadt Wellington Point gekommen. Sie begegnen sich, lernen sich kennen und lieben und heiraten bald darauf. Zunaechst sind sie voll beschaeftigt. Alex hat alle Haende voll zu tun mit Vieh- und Landwirtschaft, Merridy renoviert und verschoenert das Haus und hat Freude an ihren Gemuese- und Kraeutergaerten. Doch irgendwann fehlt etwas, sie moech- ten Kinder, doch Ihr Wunsch bleibt trotz aller Bemuehungen unerfuellt. Schweren Herzens finden sie sich damit ab. Alex findet Erfuellung in seiner Arbeit mit der Farm, Merridy baut eine Austernzucht auf, sehr erfolgreich, ob- wohl sie sich das notwendige Wissen erst aneignen muss. Sie laesst nach ei- genem Entwurf ein Boot bauen, heuert eine Hilfskraft an und findet Absatzwe- ge. Und bald sind ihre Austern sehr gefragt.- So lebt das Paar gluecklich in seiner eigenen Welt, bis eines Tages ein gewaltiger Sturm aufzieht, der Haeuser zerstoert, Baeume entwurzelt und Schiffe kentern laesst. Merridy wird mit ihrem Schiff zu Hilfe gerufen, um Schiffbruechige zu retten. Sie und Alex bergen drei Leichen und retten einen Halbwuechsigen aus dem Meer.- Damit aendert sich ihr Leben schlagar- tig. Der Junge, eigenartig und undurch- sichtig, der mit einer Gruppe verhal- tensauffaelliger Jugendlicher auf einem als Terapie gedachten Segeltoern war, bringt alles durcheinander. Die Ereig- nisse ueberstuerzen sich und eskalie- ren. Der Junge verschwindet, Merridy wird schwanger, Alex verdaechtigt ihn, der Kindsvater zu sein, Merridy ver- laesst ihn.- Letztendlich, nach vielen Irrwegen finden sie ganz allmaehlich wieder zueinander.- Der Autor hat hier eine bezaubernde Liebesgeschichte ein- gebettet in eine Hommage an die Land- schaft Tasmaniens. Man vergisst seine Umgebung beim Lesen und sieht mit den Augen des Autors Land und Meer, Schafe, Pferde, Voegel und allerlei anderes Getier, sieht Alex's Gerste, die Blumen und Kraeuter in Merridys Garten und riecht die dufterfuellte Luft.- Hier war einer der ganz grossen Romanschrei- ber am Werk. Wir koennen dieses Buch nur waermstens empfehlen. X