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BUECHER-HERBST 2007
 
"DIE LOIRE, DES LEBENS GANZEN SUESSE"(Daedalus Verlag)
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ZAUBERHAFT GESCHRIEBEN, VOM FEINSTEN,
LUKULL UND LANDSCHAFTSBILD
 
 
 
Fuer kalte Winterabende  und graesslich
nasskaltes Wetter  hier  ein  Buch, das
uns all dies  vergessen  laesst und uns
in angenehmere Gefilde  entfuehrt: "Die
Loire, des  Lebens  ganze  Suesse", ein
Reisebuch von Leo  G.Linder.  Im Unter-
titel heisst  es  "Ein  Reisebuch  fuer
Weinliebhaber  und   Geniesser   feiner
Speisen", aber das  trifft  es  nur zum
Teil, denn  dem  Leser  wird  auch  die
ganze Schoenheit  der  Landschaft  ver-
mittelt.- Der Autor beginnt seine Reise
an der Loire-Muendung  in  der Bretagne
bei Le Croisic. Fuer  ihn ist die Loire
die   Koenigin   unter   den   Fluessen
Europas. Und wenn man  sein Buch liest,
glaubt man das  auch.  Man  merkt, dass
hier einer unterwegs  ist,  der gewohnt
ist, genau hinzusehen. So  ist es auch,
Lindner ist  (u.a.auch)  Kameramann und
er hat  obendrein  noch  die  Gabe, das
Gesehene  so  lebendig  und  farbig  zu
schildern, dass  der  Leser  mit seinem
inneren Auge  dieselben  Bilder sieht.-
Nach einem Blick auf die Atlantikkueste
mit ihren vorgelagerten  Inseln mit den
Kormorankolonien und  einem  Gang durch
die Markthalle  von  Le  Croisic kommen
wir zu den Salzgaerten von Guerande, wo
das kostbare  Meersalz  noch  heute von
Hand geerntet  wird.  Und  es  wird uns
gleich der erste Leckerbissen serviert,
Poularde in grobem Salz.  Fuer uns ganz
ungewohnt, wird die Poularde voellig in
Salz eingehuellt im Backofen geschmort.
Auf diese Art bleibt sie schoen saftig.
Danach geht  es  weiter,  vorbei  an la
Baule nach St.Nazaire und wir bestaunen
die  riesige  St.Nazaire-Bruecke.  Dann
ein Abstecher nach  Nantes,  das einmal
das Zuckermonopol fuer  ganz Frankreich
besass und  eine  bluehende  Stadt war,
heute leider heruntergekommen ist, aber
immer noch Feinschmeckerrestaurants und
Galerien beherbergt. Jules Vernes wurde
hier auf der  damals noch vorgelagerten
Insel  @Ile   Feydeau@   geboren.-  Wir
kehren ein im  "La  Cigale",  einem be-
liebten Treffpunkt der Nanteser Buerger
und geniessen  Jakobsmuscheln  mit Kar-
toffeln und  geraeucherter  Speckwurst,
serviert  vom  Kuechenchef  Gilles  Re-
nault, dazu einen Jahrgangsmuscadet sur
Lie. Dieser Wein wird hier angebaut und
die Winzer haben es  nicht leicht, denn
hier sind  die  Reben Klimaschwankungen
ausgesetzt  und  es   waechst  nur  die
weniger aromatische  Melontraube.  Den-
noch entsteht daraus  ein  guter Wein.-
Das war erst der  Anfang  der Reise. Es
gibt noch viel  zu  sehen  und  zu ver-
kosten. Wir  lernen  ganz  unterschied-
liche,  liebenswerte  Menschen  kennen,
die hier  abseits  von  moderner Hektik
leben und arbeiten.  Hier entstehen zum
Beispiel koestlicher  Ziegenkaese  oder
Foie gras aus Entenstopfleber, die wohl
nur noch hier angeboten  wird, denn das
Entenstopfen ist  inzwishen  in anderen
Laendern   verboten.   Allerdings,   so
liest man,  werden  die  Enten  hier so
schonend  wie moeglich  behandelt. Dann
gibt  es  hier  natuerlich  die  vielen
Winzer, die mit  viel  Liebe ihre Weine
produzieren,  oft  nur  relativ  kleine
Mengen,  dafuer   aber   von  erlesener
Qualitaet. Und nicht  zu  vergessen die
vielen Koeche, ob in  Bistro oder Gour-
mettempel,  die  mit   ihren   aus  den
Produkten der  Region  kreierten Koest-
lichkeiten  das  Herz   aller  Gourmets
hoeher schlagen lassen.  Eine Menge ih-
rer Rezepte findet  man  in diesem Buch
und kann sich damit ein wenig vom Flair
der Loire  ins  Haus  holen.  Bevor das
Quellgebiet  der  Loire  erreicht  wird
liegen noch  viele  Sehenswuerdigkeiten
am Weg. Bei Saumur  gehen wir unter die
Erde. Ganze  Doerfer  mit Wohnhaeusern,
Kirche, Hospital, Schule usw. sind hier
in den weichen  Tuffstein hineingebaut.
Warum das so ist, wie auch viel zur Ge-
schichte der Landschaften  und histori-
schen Schloesser  und  anderer Bauwerke
entlang des Flusses,  koennen Sie alles
selbst lesen.  Auch  Spuren  beruehmter
Maenner und Frauen  der Geschichte sind
zu  finden,  wie  Balzac,  Leonardo  da
Vinci oder die heilige Bernadette.- Zum
Ende der Reise gehts  ganz schoen hoch,
die  Loire  entspringt   in  etwa  1500
Metern Hoehe am Gerbier  de Jonc, einem
schaetzungsweise 6.300.000  Jahre alten
Vulkankegel. Kurioserweise gibt es zwei
Quellen, um die  sich die Einheimischen
streiten. Jede Gruppe haelt ihre Quelle
fuer die einzig  wahre.  Egal,  wer nun
recht  hat,  der   Aufstieg   hat  sich
gelohnt, bei klarer Sicht hat man einen
fantastischen Blick auf das Rhonetal im
Osten und die Loire  im Westen. Und zum
Abschluss gibts als  Kroenung eine Spe-
zialitaet  aus  dem  Quellgebiet,  Hei-
delbeertorte.- Was  wir  unbedingt noch
erwaehnen wollen, sind  die ausgezeich-
neten Fotos. Nur  schade,  dass sie nur
so klein abgebildet sind.-            X
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