
Im Peter Hammer Verlag erschien "Das Buschbaby" von Meja Mwangi. Es beginnt mit einer abenteuerlichen Autofahrt durch afrikanische Busch- und Wuesten- landschaft. Ein junges Paar, er, Ruben, ist Fotograf, sie, Kimberly, Wissen- schaftlerin, die Termiten und andere Insekten erforscht, nach dem Nobelpreis strebt und ihr Leben und das aller anderen drumherum diesem einen Zweck unterordnet. Nun erwartet sie ihr erstes Kind, das sie eigentlich ueberhaupt nicht wollte. Die Beiden sind auf dem Weg noch Nairobi in die Klinik. Aus dieser ganz alltaeglichen Angelegenheit entwickelt sich eine aeusserst turbolente Geschichte. Ruben, weil er abkuerzen will, verfaehrt sich total. Das Kind kommt in einer voellig unbekannten Buschklinik beim Schein einer Taschenlampe zur Welt, weil das Stromaggregat seinen Geist aufgegeben hat. Gleich nach der Geburt fahren sie weiter, Ziel immer noch die Klinik in Nairobi. Aber der entnervte Vater biegt in die falsche Richtung ab und verfaehrt sich wieder. Nach vielen Irrwegen landen sie an einer Zoll- station, die schon laengst aufgegeben ist, nur weiss das der Zollbeamte, Bwana Foradha, noch nicht. Er haelt die Reisenden fuer Schmuggler und laesst sie nicht weiterfahren. Unter allen moeglichen Vorwaenden werden sie festgehalten. Allmaehlich gewoehnen sie sich an die Situation. Die Ehefrau des Zoellners, Mariam, freut sich ueber die Gesellschaft und ist gluecklich, dass sie das Baby betreuen darf. Sie hat selbst kein Kind und die Kindsmutter will von dem Kleinen nichts wissen. Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Vieren, obwohl inzwischen auch der Verdacht auf Kindesentfuehrung im Raum stand, denn das Kind ist ein schwarzes Baby. Irgendwann loest sich das ganze Chaos auf. Natuerlich gibt es auch ein weisses Baby bei schwarzen Eltern und schliesslich tauschen zwei ueberglueck- liche Elternpaare ihre Kinder. Bis dahin gibt es aber noch viele Seiten Spannung zu lesen.- Das Buch ist fes- selnd von der ersten bis zur letzten Seite. Die Personen sind liebevoll durchgezeichnet, auch die Randfiguren, die manchmal kindliche Naivitaet der Eingeborenen im Kontrast zu den Amerikanern, besonders der Frau. Und dazu noch eine umwerfende Situations- komik. Der Autor hat schon einige Prei- se erhalten, die hat er voll verdient. Wir sind gespannt auf seine anderen Arbeiten. X