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BUECHER-HERBST 2007
 
"DIE DRESDNER FRAUENKIRCHE"(EDITION LEIPZIG / Henschel Verlag)
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BILDER
 
Der Henschel-Verlag legte uns den Bild-
band "Die  Dresdner  Frauenkirche"  von
Klaus W.Sitzmann vor.  Das Sachbuch be-
handelt  das  Thema  des  Wiederaufbaus
der Frauenkirche  in  der interessanten
Phase ab  Bau  der  Kuppel.  Dem  Autor
gelangen Bilder von  sehr  grosser Ein-
dringlichkeit. Der  Wiederaufbau dieser
Kirche  setzte  die  kongeniale  Rekon-
struktion des Zwingers, der Semperoper,
des  Schlosses  und  anderer  wichtigen
kulturellen  Gebaeuden  fort.  Die  DDR
begann  mit  Zwinger,   Semperoper  und
Teilen des Schlosses  und bereitete da-
mit den  gigantischen  Wiederaufbau des
Kerns  von  Elb-Florenz  vor.  Als  der
Redakteur dieses Artikels am 13.Februar
1985 eine  Stadt-Rundfahrt  machte, er-
klaerte die Reiseleiterin,  als  wir an
der Ruine  der  Frauenkirche vorbeifuh-
ren, dass man  die  Steine aufgestapelt
haette, damit sie  "keine  Beine bekae-
men".  Dann  begann  der  Wiederaufbau,
zuerst die Unterkirche,  dann  die sub-
tile Rekonstruktion  des  Bauwerks. Das
Buch  entfuehrt  den   Leser  zur  wohl
schwierigsten Phase des  Kuppelbaus und
der sogenannten Laterne.  Man muss wis-
sen, die  Frauenkirche  war uersprueng-
lich mit einer  Holzkuppel geplant. Der
Baumeister  Baer  musste   auf  Geheiss
August des Starken  dann eine Steinkup-
pel konstruieren.  Das  Gewicht  war zu
hoch, es gab  Steinermuedungen im Trag-
werk der Pfeiler im Inneren. 1939 wurde
die Kuppel in der Ablastung veraendert.
Am 13.Februar 1945  ging die Frauenkir-
chew, wie die  ganze  Stadt, im Inferno
unter. Beim  jetzigen  Wiederaufbau hat
man die Last der Kuppel auf Pfeiler UND
Aussenmauern verteilt und hat damit das
Problem der urspruenglichen  Kirche be-
seitigt. Der geneigte  Leser darf stau-
nend die  Aufmauerung  der  inneren und
aeusseren Kuppel ueber  ein sogenanntes
Lehrgeruest miterleben.  Die Praezision
der Kuppel konnte  nur  durch komplette
Verhuellung der Baustelle  bewirkt wer-
den. So wurden  enorme Temperaturunter-
schiede  waehrend  des  Aufmauerns  der
Kuppel vermieden,  damit  keine  unkon-
trollierten Spannungen  auftraten.  Ge-
radezu  opulent  werden  die  einzelnen
Gewerke vorgestellt. Allein  die Kuppel
findet sehr viel Platz  im Buch. Im Ge-
gensatz zur damaligen  Zeit  wurden mo-
dernste Bauverfahren  mit  alten  Hand-
werkskoennen vereint und  damit erst in
dieser schluessigen Form erst moeglich.
Das  Abfangen   der  Zentrifugalkraefte
VERTIKAL AUF  PFEILER  UND  AUSSENMAUER
war eine  Meisterleistung,  sie  konnte
durch  eine   konstruktive  RINGLOESUNG
realisiert werden. Das  Buch  zeigt dem
Leser die ganze Abfolge bis zur Fertig-
stellung in  unglaublich  schoenen Bil-
dern.  Fuer  Freunde  von  Dresden  ist
dieser Kunstband  ein  traumhaftes  Ge-
schenk.                               X
 
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