Im Michael Imhof Verlag erschien: "Im Garten des Klosters im Mittelalter" von Annette Both.- Wir werden um runde 1000 Jahre zurueckgefuehrt in eine Zeit, als das Volk noch arm und unwissend war. Allein in den Kloestern, die schon damals dank der Macht der Kirche maechtige Anlagen mit Kirche, Wirt- schaftsgebaeuden, Staellen und Gaerten besassen, wirkten Moenche und nutzten erworbenes oder ueberliefertes Wissen gemaess dem Leitspruch der Benediktiner "ora et labora", bete und arbeite. Zitat: @Arbeit ist nicht nur Last, Arbeit schafft den Lebensunterhalt, verhindert Muessiggang und ist so auch ein Mittel gegen das Laster. (Wie wahr!). Getreu nach diesem Motto lebten die Moenche. Sie bauten Kloester, die so angelegt sein sollten, dass sich alles Notwendige innerhalb der Kloster- mauern befindet. Auf einem im Buch abgebildeten, aus der Zeit um 820 stammenden Grundplan ist gut ersicht- lich, was sich alles innerhalb einer Klosteranlage befindet. Vergleichbar mit einem Dorf finden sich hier neben Kirche und dem inneren Bereich fuer die Moenche Unterkuenfte fuer Gesinde und Tiere, Herberge und Gaestehaus, Muehle, Baeckerei, diverse Werkstaetten, Arzt- haus, Spital, Friedhof und natuerlich Gaerten. In der Regel deren vier, Kreuzgarten, Obstgarten, Gemuesegarten und Wurzgarten (Hortulus). Alle hier angebauten Kraeuter, urspruenglich 16, spaeter 24, wurden fuer Heilzwecke be- noetigt aber auch zum Wuerzen der oft sehr eintoenigen Speisen.- Die Autorin des Buches fuehrt den Leser sehr an- schaulich durch die Gaerten der Klos- terbrueder. Er erfaehrt, was angebaut wird, dass man auch "Unkraut" essen kann, dass Kohl ueberaus gesund ist, genauso z. B. Holunder als Saft, Gelee oder Heilmittel, dass Salbei, damals zum Reinigen der Zaehne benutzt, heute noch in Zahnpasta vorkommt. Und dass man aus Schlehenzweigen Dornentinte herstellte und Pflanzen als Faerbe- mittel verwendete. Oder Pflanzen und Farben als Symbole. Interessante Infor- mationen ohne Ende. Sehr aufschluss- reich eine eigene Spalte zu den ein- zelnen Kapiteln mit den Rubriken "Das wussten schon die Moenche" und "Das wussten die Moenche noch nicht". Aber den besonderen Zauber des Buches machen die Illustrationen aus. Die zartbunten, mit viel Liebe gestalteten Zeichnungen, begleitet von einer kleinen mausaehn- lichen Figur, machen das Durchblaettern des Bandes zum puren Vergnuegen, noch bevor man ueberhaupt gelesen hat. Men- schen, die Freude am Garten haben und sich gerne auch das, was sie essen, selber anbauen, sollten dieses Buch lesen. Sie werden viel Freude daran haben und manchen nuetzlichen Tipp von den alten Moenchen bekommen. X