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BUECHER-HERBST 2007
 
"IM GARTEN DES KLOSTERS"(Michael Imhof Verlag)
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BILDER
Im  Michael Imhof Verlag erschien:  "Im
Garten des Klosters im Mittelalter" von
Annette Both.- Wir werden um runde 1000
Jahre zurueckgefuehrt in eine Zeit, als
das Volk noch  arm  und  unwissend war.
Allein  in  den  Kloestern,  die  schon
damals  dank  der   Macht   der  Kirche
maechtige  Anlagen  mit  Kirche,  Wirt-
schaftsgebaeuden, Staellen  und Gaerten
besassen, wirkten  Moenche  und nutzten
erworbenes oder  ueberliefertes  Wissen
gemaess dem Leitspruch der Benediktiner
"ora  et  labora",  bete  und  arbeite.
Zitat:  @Arbeit  ist  nicht  nur  Last,
Arbeit  schafft   den  Lebensunterhalt,
verhindert Muessiggang und  ist so auch
ein  Mittel  gegen   das  Laster.  (Wie
wahr!). Getreu nach diesem Motto lebten
die Moenche. Sie  bauten  Kloester, die
so angelegt  sein  sollten,  dass  sich
alles Notwendige innerhalb der Kloster-
mauern  befindet.  Auf  einem  im  Buch
abgebildeten,  aus  der   Zeit  um  820
stammenden Grundplan  ist  gut ersicht-
lich, was  sich  alles  innerhalb einer
Klosteranlage  befindet.   Vergleichbar
mit einem Dorf  finden  sich hier neben
Kirche und dem inneren Bereich fuer die
Moenche Unterkuenfte  fuer  Gesinde und
Tiere, Herberge und Gaestehaus, Muehle,
Baeckerei, diverse  Werkstaetten, Arzt-
haus, Spital,  Friedhof  und natuerlich
Gaerten.  In  der   Regel  deren  vier,
Kreuzgarten, Obstgarten,  Gemuesegarten
und Wurzgarten  (Hortulus).  Alle  hier
angebauten Kraeuter,  urspruenglich 16,
spaeter 24, wurden  fuer Heilzwecke be-
noetigt aber auch  zum  Wuerzen der oft
sehr eintoenigen Speisen.-  Die Autorin
des Buches fuehrt  den  Leser  sehr an-
schaulich durch die  Gaerten  der Klos-
terbrueder. Er  erfaehrt,  was angebaut
wird, dass  man  auch  "Unkraut"  essen
kann, dass  Kohl  ueberaus  gesund ist,
genauso z. B. Holunder  als Saft, Gelee
oder Heilmittel,  dass  Salbei,  damals
zum Reinigen der  Zaehne benutzt, heute
noch in  Zahnpasta  vorkommt.  Und dass
man  aus   Schlehenzweigen  Dornentinte
herstellte  und  Pflanzen  als  Faerbe-
mittel verwendete.  Oder  Pflanzen  und
Farben als Symbole. Interessante Infor-
mationen ohne  Ende.  Sehr  aufschluss-
reich eine eigene  Spalte  zu  den ein-
zelnen Kapiteln mit  den  Rubriken "Das
wussten schon  die  Moenche"  und  "Das
wussten die Moenche noch nicht".   Aber
den besonderen Zauber des Buches machen
die Illustrationen aus. Die zartbunten,
mit viel Liebe gestalteten Zeichnungen,
begleitet von  einer  kleinen mausaehn-
lichen Figur, machen das Durchblaettern
des Bandes zum  puren  Vergnuegen, noch
bevor man ueberhaupt  gelesen hat. Men-
schen, die Freude  am  Garten haben und
sich gerne  auch  das,  was  sie essen,
selber  anbauen,  sollten  dieses  Buch
lesen. Sie  werden  viel  Freude  daran
haben und manchen  nuetzlichen Tipp von
den alten Moenchen bekommen.         X
 
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